Katik nimmt Deutschland ins Visier: Expansion nach türkischem Vorbild
Das Kebab-Konzept mit türkischen Wurzeln plant langfristig rund 50 Standorte in Deutschland und richtet sich auf Städte ab 100.000 Einwohnern aus
Die Mannheimer Gastro-Marke Katik treibt ihre Expansion in Deutschland voran. Mit dem neuen Flagship-Store im Bochumer Bermudadreieck hat das Unternehmen im Februar diesen Jahres nicht nur einen weiteren Standort eröffnet, sondern zugleich ein Referenzmodell für den geplanten Ausbau seines Systems geschaffen.

Der Standort an der Kortumstraße 33 fungiert als Pilotbetrieb für ein weiterentwickeltes Store- und Franchise-Konzept. Perspektivisch will Katik das Netzwerk deutlich ausbauen – mit dem Ziel, in Deutschland eine ähnliche Präsenz zu erreichen wie im Heimatmarkt Türkei.
„Meine Familie in der Türkei verfolgt sehr genau, was wir hier aufbauen. Mein Onkel, der das Konzept mitentwickelt hat, ist sehr stolz darauf, wie wir Katik in Deutschland entwickeln“, sagt Geschäftsführer Ugur Gören. „Und ich bin stolz darauf, dass unser Konzept hier so gut ankommt und bei den Gästen großen Anklang findet.“

(vlnr:) Christopher Riegert, Alexandra Künne und Ben Küstner
Vom Familienbetrieb zur Systemgastronomie
Die Marke Katik hat ihre Wurzeln in der türkischen Stadt Iskenderun und wurde 1988 gegründet. Heute betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 60 Standorte in der Türkei. In Deutschland ist Katik seit 2012 aktiv, zunächst mit einem Standort in Mannheim.
Mit Bochum ist nun der fünfte Betrieb in Deutschland an den Start gegangen. Neben zwei Filialen in Mannheim existieren Standorte in Karlsruhe sowie Wuppertal. Der neue Betrieb im Ruhrgebiet gilt innerhalb des Unternehmens als wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau im deutschen Markt.

Flagship-Store als Blaupause
Der Bochumer Standort wurde bewusst als Referenzbetrieb konzipiert. Hier testet Katik ein weiterentwickeltes Ladenkonzept, digitale Bestellprozesse sowie standardisierte Produktionsabläufe. Im Store kommen Self-Ordering-Terminals zum Einsatz, zudem wurde die Fleischzubereitung teilweise automatisiert. Auch das Storedesign wurde überarbeitet: Weiße Fliesen, rote Sitzmöbel und eine reduzierte Gestaltung sollen künftig als Standard für neue Filialen dienen.
Joint Venture um Pottsalat-Gründer betreibt den Standort
Hinter dem Bochumer Betrieb steht die Bofood GmbH, ein Joint Venture der ehemaligen Pottsalat-Gründer Ben Küstner und Alexandra Künne gemeinsam mit dem Schweizer Investor Christopher Riegert. Riegert ist zugleich auch Gesellschafter und Mit-Geschäftsführer der Katik GmbH. Der Standort im Bermudadreieck soll nicht nur als Restaurant fungieren, sondern auch als operative Blaupause für künftige Franchise-Betriebe.

Produktfokus als Markenkern
Im Zentrum des Konzepts steht der „Katik“ – eine gefüllte Brotrolle aus frisch gebackenem Steinofenbrot mit über offener Flamme gegrilltem Hähnchen- oder Rindfleisch, hausgemachten Saucen, frischem Gemüse und Pommes. Das Brot wird gerollt und außen angeröstet serviert. Die Zubereitung erfolgt vollständig halal, ohne Alkohol und ohne künstliche Zusatzstoffe.
Eine besondere Rolle spielen die hausgemachten Saucen, die täglich frisch produziert werden und auf einer eigenen Gewürzmischung aus der Türkei basieren. Auch das Fleisch wird nicht trocken, sondern in einer flüssigen Marinade vorbereitet. Diese Kombination aus definierter Produktlogik, handwerklicher Zubereitung und standardisierten Rezepturen soll sicherstellen, dass Geschmack und Qualität über alle Standorte hinweg reproduzierbar bleiben. Ergänzt wird das Sortiment durch Menüvarianten sowie weitere Streetfood-orientierte Angebote.

(vlnr:) Christopher Riegert, Evren Türkay, Francesco Franzzetta und Ugur Gören
Wachstum in deutschen Großstädten geplant
Für die kommenden Monate plant Katik weitere Eröffnungen in deutschen Städten. Genannt werden unter anderem Essen, Köln und Ludwigshafen. Langfristig strebt das Unternehmen an, das Standortnetz in Deutschland deutlich auszubauen. Die strategische Zielmarke liegt bei rund 50 Betrieben bis zum Jahr 2030. Damit würde Katik auch hierzulande in eine Größenordnung vorstoßen, die der starken Präsenz im türkischen Heimatmarkt näherkommt.
Mit dem Bochumer Flagship-Store beginnt für Katik damit eine neue Phase: Aus einzelnen Filialen soll in den kommenden Jahren ein skalierbares System entstehen, das sich auf Franchise-Partner und standardisierte Betriebsmodelle stützt.
Fotos: Carlo Feick / Katik GmbH






