Franchising: Gemeinsam gründen, selbstständig handeln

Eine bekannte Marke nutzen und trotzdem ein eigenes Unternehmen führen: Diese Kombination macht Franchising für viele Gründungsinteressierte spannend. Wer sich dafür entscheidet, sollte wissen, wie die Zusammenarbeit funktioniert – und welche Verantwortung bei ihm selbst liegt.

Lächelnde Frau, die in einem Gartencenter eine Schürze trägt, als Vertreterin von Kleinunternehmen und Einzelhandelsunternehmen

Bild: shutterstock.com © #2735562949

Ein Geschäft trägt denselben Namen wie viele andere. Das Angebot sieht vertraut aus. Hinter der Ladentür steht dennoch oft eine eigenständige Unternehmerin oder ein eigenständiger Unternehmer. Das ist die Grundidee: Ein Franchisegeber stellt ein erprobtes Konzept bereit, Franchisenehmer führen damit ihren eigenen Betrieb.

Das Modell gibt es vom Handel über Gastronomie und Dienstleistungen bis zum Handwerk. Marke und gemeinsame Standards verbinden die Betriebe. Die Einzelheiten regelt der Franchisevertrag.

Wer übernimmt welche Aufgaben?

Der Franchisegeber entwickelt das Konzept und stellt Marke und Wissen bereit. Je nach System unterstützt er bei Standortwahl, Schulung und Marketing und entwickelt das Angebot weiter. Im Netzwerk kommen Erfahrungen aus vielen Standorten zusammen.

Franchisenehmer setzen das Konzept vor Ort um. Sie investieren, gewinnen Kundschaft, führen Mitarbeitende und tragen die wirtschaftliche Verantwortung. Rechtlich und wirtschaftlich bleiben sie eigenständige Unternehmer.

„Ein gutes Franchisesystem bietet seinen Partnern einen klaren Rahmen und Unterstützung im unternehmerischen Alltag. Gleichzeitig braucht es den Austausch mit den Menschen vor Ort: Ihre Erfahrungen helfen, das Konzept weiterzuentwickeln,“ erklärt Jan Schmelzle, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes.

Was kostet die Zusammenarbeit?

Für Marke, Konzept und Leistungen der Zentrale fallen in der Regel eine Eintrittsgebühr und laufende Gebühren an. Höhe und Gegenleistungen unterscheiden sich je nach System. Hinzu kommen Kosten für den eigenen Betrieb.

Wichtiger als die Einstiegsgebühr allein ist das Gesamtbild: Wie hoch ist die gesamte Investition? Welche Schulungen und Betreuung gibt es? Wie funktionieren Einkauf und Marketing? Auf welchen Annahmen beruht die wirtschaftliche Planung?

Wie viel Freiheit bleibt?

Kundinnen und Kunden erwarten an verschiedenen Standorten vergleichbare Qualität. Deshalb gibt es Regeln für Sortiment, Auftritt oder Abläufe. Wer einsteigt, sollte die Idee des Systems teilen und seine Standards umsetzen wollen. Jeder Standort braucht zugleich Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Kundschaft vor Ort verstehen. Ihre Erfahrungen sollten in die Weiterentwicklung des Systems einfließen.

„Franchisenehmer führen ihr eigenes Unternehmen und tragen die Verantwortung für ihren Standort. Die Stärke des Modells liegt darin, dass sie dabei auf ein erprobtes Konzept und die Erfahrungen eines Netzwerks zurückgreifen können,“ erklärt Schmelzle weiter.

Vor der Entscheidung: Fragen stellen

Interessierte sollten Vertrag und wirtschaftliche Unterlagen prüfen, bestehende Partnerinnen und Partner nach ihren Erfahrungen fragen und den Arbeitsalltag kennenlernen. Passt das Konzept zu meinen Fähigkeiten und zu der Art, wie ich arbeiten möchte?

Der Deutsche Franchiseverband erklärt die Grundlagen des Franchisings und bietet weiterführende Informationen zu Vertrag, Gründung und Systemwahl. Wer sich mit den Rechten, Pflichten und Leistungen beider Seiten vertraut macht, kann besser beurteilen, welche Partnerschaft trägt. Denn hinter einer gemeinsamen Marke stehen immer Menschen, die gemeinsam an einem Konzept arbeiten – und jeweils Verantwortung für ihren Teil übernehmen.

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