Starke Familie, starke Gemeinschaft

Vom Handwerksbetrieb zum erfolgreichen Franchisesystem – wie geht das?

Im Interview mit THOMAS KÖCHER, Treppenmeister GmbH & MARKUS PYTLIK, Viterma AG

Interview: Andrea Körner

Zwei Unternehmen, zwei ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder: Die im Jahr 2006 gegründete österreichisch-schweizerische Viterma AG bietet Badrenovierungen nach einem besonderen Konzept innerhalb von wenigen Arbeitstagen an. Die Treppenmeister GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Jettingen existiert bereits seit 1975 und stellt Partnern mehr als zehn verschiedene Treppensysteme zur Verfügung. Beiden gemeinsam ist: Die heute erfolgreichen Franchisesysteme gingen aus langjährig inhabergeführten Familienbetrieben hervor.

Thomas Köcher

Thomas Köcher ist geschäftsführender Gesellschafter der Treppenmeister GmbH und leitet das Unternehmen in zweiter Generation.

treppenmeister.com

Marco Fitz

Marco Fitz ist Geschäftsführer der auf Badsanierungen spezialisierten Viterma AG.

viterma.com

Warum ist Franchising für Handwerksbetriebe ein sinnvolles Geschäftsmodell?

Marco Fitz (M. F.): Auch und gerade im Handwerk hat Franchising zahlreiche Vorteile: Franchisenehmer können sich auf eine starke und etablierte Marke verlassen und starten somit nicht bei null. Darüber hinaus bieten wir eine individuelle Betreuung und Schulung sowie eine Unterstützung bei Aufbau und Führung des Unternehmens. Hinzu kommen bei uns der Gebietsschutz, somit die Sicherheit, der einzige Fachbetrieb in einer Region zu sein, attraktive Einkaufskonditionen bei Lieferanten und die Hilfe bei der Erstellung und Umsetzung von Marketingkonzepten. All das kann ein Einzelunternehmen nicht oder nur schwerlich realisieren.

Was gab den Ausschlag,
Ihre Unternehmen zu franchisieren?

Thomas Köcher (T. K.): Bei Treppenmeister war es im Grunde die visionäre Idee, dem Treppenbau durch den Zusammenschluss selbstständiger und leistungsfähiger Fachbetriebe neue Impulse zu geben – es ging um die Produktion fortschrittlicher und wettbewerbsfähiger Konstruktionen und einen effektiveren Vertrieb.

M. F.: Viterma bietet ja eine innovative Form der Badsanierung. In dem Bereich gab es um die Jahrtausendwende einen enormen Reformstau und entsprechend großen Bedarf an neuen Bädern. Die daraus entstehende Nachfrage konnten wir allein nicht decken. So kamen wir dazu, unser Konzept über ein Franchisesystem anzubieten – in Österreich mittlerweile nahezu flächendeckend, in der Schweiz als Pilotbetrieb weiterhin in Eigenregie, und in Deutschland haben wir ein Hybridsystem aus Franchising und eigenen Standorten.

Welche Vorteile bietet konkret Ihr System den potenziellen Partnern?

M. F.: Bei Viterma kommen selbst entwickelteProdukte und Lösungen zum Einsatz, die auf demfreien Markt nicht erhältlich sind. Das hebt unserePartnerbetriebe vom Wettbewerb ab. Darüber hinauswerden einige Elemente in unseren Werken individuellmaßgefertigt. Die Kunden unserer Franchisenehmerbekommen also mehr als den Standard und eineoptimale Raumnutzung. Systemseitig bieten der IT-Support, das Contact Center für die erste Kontaktaufnahme mit Interessenten und das erprobte Verkaufssystem gute Unterstützung.

T. K.: Adolf Bucher, der Gründer von Treppenmeister,hat es so formuliert: „Ich freue mich darüber, wennKollegen mit meinen Treppen ebenfalls erfolgreichwerden.“ In diesem Sinne teilen auch wir Idee, ein gutes Produkt, und kein Handwerker muss dafür das Rad neu erfinden. Das spart Zeit und gewährleistet zugleich, dass die Konstruktion jeder Treppenmeister Treppe der Bauordnung entspricht.

Das gilt eigentlich für alle Bereiche, in denen es sinnvoll erscheint, dass nicht jeder alles allein und für sich macht: im Marketing, bei der Kundenakquise, im technischen Bereich. Unsere Partner können viele zentrale Angebote nutzen und sparen sich so den eigenen Aufwand dafür.

Haben Sie es manchmal auch mit Bedenken gegenüber dem Geschäftsmodell Franchising zu tun?

T. K.: Bei Treppenmeister steht die Kooperation von Handwerksbetrieben im Vordergrund. Und die regeln wir eben über einen Franchisevertrag. An dagegen geäußerte Bedenken kann ich mich tatsächlich nicht erinnern. Warum auch, schließlich ist bekannt, was wir tun und wie wir arbeiten.

M. F.: Ich stelle immer wieder fest, den meisten sind die Vorteile, die ihnen unser System bietet, durchaus bewusst. Und wenn es Bedenken gibt, dann nicht gegen das Modell Franchising, sondern mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Handwerker zu finden, ist derzeit recht schwierig, aber auch dabei helfen wir unseren Partnern – mit guten Erfolgen.

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